Kostenlos, Stand Oktober 2026

Öffentlicher Dienst: Netto-Rechner 2026

Vom Tabellenentgelt nach TVöD oder TV-L zum Netto, mit Zusatzversorgung.

Netto im öffentlichen Dienst

TVöD, TV-L und Zusatzversorgung

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Wie das Gehalt im öffentlichen Dienst entsteht

Angestellte beim Bund und bei den Kommunen werden nach dem TVöD bezahlt, Angestellte der Länder nach dem TV-L (Hessen hat den eigenen TV-H). Ihr Gehalt steht in einer Entgelttabelle: Die Entgeltgruppe von 1 bis 15 richtet sich nach der Tätigkeit, die Stufe von 1 bis 6 nach der Berufserfahrung. Beim TVöD erreichen Sie Stufe 2 nach einem Jahr, Stufe 3 nach drei, Stufe 4 nach sechs, Stufe 5 nach zehn und Stufe 6 nach fünfzehn Jahren. Den Betrag aus der Tabelle tragen Sie oben ein.

Beim TVöD für Bund und Kommunen sind die Tabellenentgelte am 1. April 2025 um 3 % gestiegen, mindestens um 110 €, und am 1. Mai 2026 um weitere 2,8 %. Achten Sie darauf, die aktuelle Tabelle zu verwenden.

Was vom Brutto abgeht

Lohnsteuer und Sozialabgaben werden genauso berechnet wie in der Privatwirtschaft. Dazu kommt eine Besonderheit: die Zusatzversorgung, eine Betriebsrente über die VBL oder eine kommunale Zusatzversorgungskasse. Der Arbeitgeber zahlt den größten Teil der Umlage, Sie tragen einen Eigenanteil. Wie hoch der ist, hängt von Ihrer Kasse und dem Tarifgebiet ab. Voreingestellt sind 1,81 %. Den genauen Satz finden Sie auf Ihrer Entgeltabrechnung.

Der Eigenanteil wird aus dem versteuerten Entgelt gezahlt, er senkt also die Steuer nicht. Die Umlage des Arbeitgebers ist in bestimmten Grenzen steuerfrei (§ 3 Nr. 56 EStG). Den Teil darüber versteuert der Arbeitgeber meist pauschal (§ 40b EStG), manchmal erscheint aber ein kleiner Betrag als steuerpflichtiger Bezug auf Ihrer Abrechnung.

Beispiel

Bei 4.000 € Tabellenentgelt in Steuerklasse I ohne Kinder fallen 520,83 € Lohnsteuer und 870,00 € Sozialabgaben an. Nach dem Eigenanteil von 1,81 % für die Zusatzversorgung, also 72,40 €, bleiben 2.536,77 € netto.

Jahressonderzahlung

Mit dem Novembergehalt zahlt der Arbeitgeber eine Jahressonderzahlung (§ 20 TVöD), deren Prozentsatz von der Entgeltgruppe abhängt. Sie wird als sonstiger Bezug besteuert. In diesem Monat ist der Abzug deshalb höher als sonst, die Jahressteuer insgesamt ändert sich dadurch aber nicht. Den Effekt einer Einmalzahlung sehen Sie im Brutto-Netto-Rechner.

Angestellte und Beamte

Beamte zahlen keine Sozialversicherungsbeiträge und versichern sich meist privat mit Beihilfe. Im Ruhestand bekommen sie eine Pension statt Rente und Zusatzversorgung. Wie viel davon netto bleibt, rechnet der Beamtenpension-Rechner aus. Arbeiten Sie im öffentlichen Dienst in Teilzeit, nutzen Sie den Teilzeit-Rechner.

Rechengrundlagen 2026

Die Abzüge entsprechen denen der Privatwirtschaft, dazu kommt der Eigenanteil zur Zusatzversorgung. Die Tabellenentgelte stehen in den aktuellen TVöD- und TV-L-Tabellen.

GrößeWert 2026Quelle
TabellenentgeltEntgeltgruppe 1 bis 15, Stufe 1 bis 6VKA, TVöD-Entgelttabellen
Tariferhöhung TVöD3 % ab April 2025 (mindestens 110 €), 2,8 % ab Mai 2026VKA, TVöD-Entgelttabellen
Zusatzversorgung, Eigenanteilje nach Kasse, VBL West rund 1,81 %VBL
Umlage des Arbeitgeberssteuerfrei bis 4 % der Beitragsbemessungsgrenze, darüber pauschal versteuert§ 3 EStG
Jahressonderzahlungje nach Entgeltgruppe 51,8 bis 84,51 % eines Monatsentgelts, im NovemberVKA, TVöD-Entgelttabellen
Beitragsbemessungsgrenze Renten- und Arbeitslosenversicherung8.450 € im Monat (101.400 € im Jahr)BMAS, Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2026
Beitragsbemessungsgrenze Kranken- und Pflegeversicherung5.812,50 € im Monat (69.750 € im Jahr)BMAS, Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2026
Rentenversicherung, Arbeitnehmeranteil9,3 %Deutsche Rentenversicherung
Arbeitslosenversicherung, Arbeitnehmeranteil1,3 %Bundesagentur für Arbeit
Krankenversicherung, Arbeitnehmeranteil7,3 % plus halber Zusatzbeitrag (Durchschnitt 2,9 %)§ 241 SGB V
Pflegeversicherung, Arbeitnehmeranteil1,8 %, Kinderlose 2,4 %, Sachsen 2,3 %BMAS, Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2026
Grundfreibetrag12.348 € im Jahr§ 32a EStG

Zwei Rechenbeispiele mit dem Netto-Rechner für den öffentlichen Dienst

Beispiel 1: Erzieherin, S 8a Stufe 3, 3.400 € brutto

Eine Erzieherin in einer städtischen Kita, Entgeltgruppe S 8a Stufe 3, kommt mit Zulagen auf 3.400 € Tabellenentgelt. Sie ist ledig und ohne Kinder, Steuerklasse I, Zusatzbeitrag ihrer Kasse 2,9 %. Abzüge: 379,58 € Lohnsteuer, 316,20 € Rentenversicherung, 297,50 € Krankenversicherung, 81,60 € Pflegeversicherung (mit Kinderlosenzuschlag), 44,20 € Arbeitslosenversicherung und 61,54 € Eigenanteil zur Zusatzversorgung. Netto bleiben 2.219,38 €, 65,3 % des Bruttos.

Im November kommt die Jahressonderzahlung dazu, in S 8a 84,51 % eines Monatsentgelts, also rund 2.870 € brutto. Weil sie als sonstiger Bezug besteuert wird, bleiben davon netto etwa 1.700 €. Über das Jahr verdient sie damit rund 28.500 € netto.

Beispiel 2: Sachgebietsleiter, E 11 Stufe 5, verheiratet, ein Kind

Ein Verwaltungsangestellter in E 11 Stufe 5 hat 5.600 € Tabellenentgelt plus 200 € Zulage, zusammen 5.800 €. Er ist verheiratet in Steuerklasse III, hat ein Kind und eine Krankenkasse mit 1,8 % Zusatzbeitrag. Abzüge: 584,83 € Lohnsteuer, 539,40 € Rentenversicherung, 475,60 € Krankenversicherung, 104,40 € Pflegeversicherung, 75,40 € Arbeitslosenversicherung und 104,98 € Zusatzversorgung. Netto: 3.915,39 €, 67,5 % des Bruttos. Der niedrigere Zusatzbeitrag spart ihm gegenüber 2,9 % rund 32 € im Monat.

Seine Frau in Steuerklasse V zahlt entsprechend mehr Steuer. Für das Paar kann IV/IV mit Faktor sinnvoller sein, wenn beide ähnlich viel verdienen. Ändert sich nichts an der Jahressteuer, nur an der Verteilung.

Stufenaufstieg, Höhergruppierung und Zulagen

Der Stufenaufstieg kommt automatisch nach 1, 2, 3, 4 und 5 Jahren in der jeweiligen Stufe, zusammen 15 Jahre bis Stufe 6. Bei einer Höhergruppierung wird nicht die bisherige Stufe übernommen, sondern die Stufe der neuen Gruppe, deren Entgelt mindestens dem bisherigen entspricht, mit einem Garantiebetrag. Das führt manchmal dazu, dass eine Beförderung nur wenige Euro mehr bringt. Zulagen gibt es für Schicht- und Wechselschichtarbeit, für Tätigkeiten im Sozial- und Erziehungsdienst und als Fachkräftezulage in Mangelberufen. Leistungsentgelt wird in vielen Kommunen als jährliche Einmalzahlung gezahlt, meist um 1 % der Jahresentgelte.

Was die Zusatzversorgung im Alter bringt

Für jeden Euro Umlage sammelt die VBL Versorgungspunkte. Als Faustregel ergibt ein volles Berufsleben im öffentlichen Dienst eine Betriebsrente von 300 bis 600 € im Monat, je nach Entgelt. Sie ist voll steuerpflichtig und beitragspflichtig in der Krankenversicherung oberhalb des Freibetrags. Zusammen mit der gesetzlichen Rente, die der Rentenrechner schätzt, ersetzt sie bei Angestellten im öffentlichen Dienst typischerweise 60 bis 70 % des letzten Nettos. Die Steuer auf beide Renten zeigt der Rechner zur Rentenbesteuerung. Wer die letzten Jahre kürzer arbeiten will, findet im TVöD Regelungen zur Altersteilzeit mit 83 % des Nettos.

Die Probezeit im TVöD beträgt sechs Monate, die Kündigungsfrist steigt mit der Beschäftigungsdauer auf bis zu sechs Monate zum Quartalsende. Nach 15 Jahren im Tarifgebiet West und ab 40 ist eine ordentliche Kündigung durch den Arbeitgeber bei Beschäftigten, die vor 2005 eingestellt wurden, ausgeschlossen. Wer aus der Privatwirtschaft wechselt, sollte vorher klären, welche Berufsjahre bei der Stufenzuordnung anerkannt werden, denn das macht schnell mehrere hundert Euro im Monat aus.

Häufige Fragen

Wie viel Netto bleibt bei 4.000 € im öffentlichen Dienst?
2.536,77 € netto bleiben bei 4.000 € Tabellenentgelt in Steuerklasse I ohne Kinder. Lohnsteuer 520,83 €, Sozialabgaben 870 € und 72,40 € Eigenanteil zur Zusatzversorgung gehen ab. In der Privatwirtschaft wären es ohne Zusatzversorgung 2.609,17 €, dafür fehlt dort die Betriebsrente.
Wie finde ich meine Entgeltgruppe und Stufe?
Beides steht im Arbeitsvertrag und auf der Entgeltabrechnung. Die Entgeltgruppe 1 bis 15 richtet sich nach der Tätigkeit, die Stufe 1 bis 6 nach der Zeit in der Gruppe: Stufe 2 nach einem Jahr, Stufe 3 nach drei, Stufe 4 nach sechs, Stufe 5 nach zehn, Stufe 6 nach 15 Jahren.
Was ist die Zusatzversorgung und was kostet sie?
Eine Betriebsrente über die VBL oder eine kommunale Zusatzversorgungskasse. Der Arbeitgeber zahlt den Großteil der Umlage, der Eigenanteil der Beschäftigten liegt je nach Kasse bei rund 1,8 %, bei der VBL West 1,81 %. Er wird aus dem versteuerten Entgelt gezahlt und erscheint auf der Abrechnung.
Gilt der Rechner auch für den TV-L?
Ja. Die Abzüge für Steuer, Sozialversicherung und Zusatzversorgung sind gleich, nur die Entgelttabelle unterscheidet sich. Tragen Sie Ihr Tabellenentgelt nach TV-L ein und passen Sie den Eigenanteil zur Zusatzversorgung an, wenn Ihre Kasse einen anderen Satz nimmt. Hessen hat mit dem TV-H eine eigene Tabelle.
Warum ist das Netto im November niedriger als erwartet?
Weil die Jahressonderzahlung dazukommt und als sonstiger Bezug besteuert wird. Je nach Entgeltgruppe beträgt sie 51,8 bis 84,51 % eines Monatsentgelts. Der Abzug in diesem Monat ist höher, die Jahressteuer insgesamt bleibt aber gleich; mit der Steuererklärung gleicht sich ein zu hoher Abzug aus.
Wann steigt mein Gehalt im TVöD?
Mit jedem Stufenaufstieg, bei Höhergruppierung und bei Tarifrunden. Zuletzt stiegen die Entgelte am 1. April 2025 um 3 %, mindestens 110 €, und am 1. Mai 2026 um 2,8 %. Bei der Höhergruppierung wird nicht die Stufe übernommen, sondern die Stufe mit mindestens gleichem Entgelt plus Garantiebetrag.
Angestellter oder Beamter: Wer hat mehr netto?
Beamte zahlen keine Sozialversicherungsbeiträge und haben bei gleichem Brutto deutlich mehr netto, müssen sich aber privat krankenversichern. Im Ruhestand bekommen sie eine Pension statt Rente plus Zusatzversorgung. Der Beamtenpension-Rechner zeigt, was davon netto bleibt. Für Angestellte ersetzen Rente und Betriebsrente zusammen 60 bis 70 % des Nettos.

Quellen: TVöD § 16 und § 20; § 3 Nr. 56 und § 40b EStG; Lohnsteuertarif und Beitragssätze 2026. Stand: Oktober 2026.

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