Wie viel Ihr Geld in Zukunft noch wert ist, und was 100 € von früher heute kosten.
Kaufkraft und Preisentwicklung
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Das Statistische Bundesamt (Destatis) misst die Teuerung in Deutschland mit dem Verbraucherpreisindex (VPI). Dafür werden jeden Monat die Preise eines Warenkorbs erhoben, von Lebensmitteln über Mieten und Energie bis zu Dienstleistungen. Die Inflationsrate ist die Veränderung dieses Index gegenüber dem Vorjahr. Die Europäische Zentralbank richtet sich nach einem etwas anders berechneten europäischen Index (HVPI) und strebt mittelfristig 2 % an.
Bei gleichbleibender Inflation sinkt die Kaufkraft eines Betrags jedes Jahr um denselben Faktor:
Kaufkraft = Betrag ÷ (1 + Inflationsrate) ^ Jahre
Beispiel: 10.000 € haben bei 2 % Inflation in zehn Jahren nur noch die Kaufkraft von 8.203,48 € heute. Umgekehrt kostet dann, was heute 10.000 € kostet, 12.189,94 €. Für die Vergangenheit verwendet der Rechner die tatsächlichen Jahresraten.
| Jahr | Inflationsrate (VPI) |
|---|---|
| 2025 | 2,2 % |
| 2024 | 2,2 % |
| 2023 | 5,9 % |
| 2022 | 6,9 % |
| 2021 | 3,1 % |
| 2020 | 0,5 % |
| 2019 | 1,4 % |
| 2018 | 1,9 % |
| 2017 | 1,7 % |
| 2016 | 0,4 % |
| 2015 | 0,7 % |
Was 2020 noch 100 € kostete, kostete 2025 im Schnitt 121,91 €. Den größten Sprung gab es 2022 mit 6,9 %, vor allem wegen der Energiepreise.
Ob eine Gehaltserhöhung wirklich mehr Geld bedeutet, zeigt der Reallohn. Steigt Ihr Gehalt um 3 % und die Preise um 2,2 %, wächst Ihre Kaufkraft nur um etwa 0,8 %. Dazu kommt die kalte Progression: Ein höheres Brutto rutscht in einen höheren Steuersatz. Der Gesetzgeber verschiebt deshalb den Grundfreibetrag jedes Jahr, 2026 auf 12.348 €. Wie viel von der Erhöhung netto ankommt, rechnet der Brutto-Netto-Rechner aus.
Für Erspartes zählt der Realzins: Zins minus Inflation. Bringt ein Tagesgeldkonto 2 % bei 2,2 % Inflation, verliert das Geld trotz Zinsen an Kaufkraft, und die Zinsen sind über dem Sparer-Pauschbetrag noch steuerpflichtig. Wie hoch die Steuer ist, zeigt der Kapitalertragsteuer-Rechner, wie Ihr Geld über lange Zeit wächst, der Zinseszins-Rechner.
Für die Vergangenheit rechnet der Rechner mit den Jahresdurchschnitten des Verbraucherpreisindex, Basisjahr 2020. Für die Zukunft mit der angegebenen Rate.
| Größe | Wert 2026 | Quelle |
|---|---|---|
| Verbraucherpreisindex | Destatis, Basis 2020 = 100, rund 650 Güterarten | Statistisches Bundesamt |
| Inflation 2024 | 2,2 % | Statistisches Bundesamt |
| Inflation 2025 | 2,2 % (Jahresdurchschnitt) | Statistisches Bundesamt |
| Inflation 2022 | 6,9 %, höchster Wert seit 1951 | Statistisches Bundesamt |
| Inflationsziel der EZB | 2 % mittelfristig (HVPI) | Europäische Zentralbank |
| Grundfreibetrag 2026 | 12.348 € (Ausgleich der kalten Progression) | § 32a EStG |
Ein Paar legt 5.000 € als Notreserve auf ein Girokonto ohne Zinsen und lässt das Geld 15 Jahre liegen. Bei 2,5 % Inflation im Jahr steigen die Preise in dieser Zeit um 44,8 %. Was heute 5.000 € kostet, kostet dann 7.241,49 €. Umgekehrt haben die 5.000 € dann nur noch die Kaufkraft von 3.452,33 € heute. Der Verlust beträgt 1.547,67 € oder 31 %, ohne dass ein Cent vom Konto verschwunden ist.
Die Lehre daraus: Eine Notreserve gehört auf ein Tagesgeldkonto mit Zinsen, die wenigstens einen Teil der Inflation ausgleichen. Bei 2 % Zins statt 0 % blieben nach 15 Jahren rund 6.730 € nominal, in heutiger Kaufkraft etwa 4.650 €. Der Verlust schrumpft von 31 % auf 7 %.
Ein Vertrag aus dem Jahr 2015 nennt eine monatliche Zahlung von 1.000 €, etwa eine Unterhaltsvereinbarung oder eine private Rente ohne Anpassung. Mit den tatsächlichen Inflationsraten von 2016 bis 2025 ist das Preisniveau um 29,3 % gestiegen. Um dieselbe Kaufkraft wie 2015 zu haben, müssten heute 1.292,61 € gezahlt werden. Die größten Sprünge kamen 2022 (6,9 %) und 2023 (5,9 %): Allein diese zwei Jahre haben mehr Kaufkraft gekostet als die sieben Jahre davor zusammen.
Wer solche Verträge abschließt, vereinbart deshalb eine Wertsicherungsklausel, die den Betrag an den Verbraucherpreisindex koppelt. Gesetzliche Renten werden jährlich angepasst, Pensionen ebenfalls, viele private Verträge dagegen nicht.
Der Verbraucherpreisindex gewichtet rund 650 Güterarten nach dem Ausgabenanteil eines durchschnittlichen Haushalts. Wohnen, Energie und Instandhaltung machen rund ein Viertel aus, Verkehr etwa 13 %, Nahrungsmittel und Getränke knapp 12 %, Freizeit und Kultur 11 %. Wer in einer Großstadt zur Miete wohnt und viel pendelt, hat eine andere persönliche Inflation als ein Eigentümer auf dem Land mit Wärmepumpe und Solaranlage. Destatis bietet dafür einen persönlichen Inflationsrechner, mit dem sich die Gewichte anpassen lassen. Alle fünf Jahre wird der Warenkorb neu zusammengesetzt, zuletzt auf Basis 2020.
Wer in 30 Jahren in Rente geht, sollte seine Rentenlücke in heutiger Kaufkraft rechnen. Eine prognostizierte Rente von 1.800 € in 30 Jahren entspricht bei 2 % Inflation nur rund 990 € von heute. Die gesetzliche Rente wird jährlich an die Lohnentwicklung angepasst und hält mit der Inflation meist mit, eine private Rentenversicherung mit festem Betrag nicht. Den Rentenbetrag schätzt der Rentenrechner, die Lücke lässt sich mit dem Zinseszins-Rechner gegen einen Sparplan halten, und die Steuer auf Kapitalerträge zeigt der Kapitalertragsteuer-Rechner.
Wer eine Gehaltserhöhung verhandelt, nimmt die Inflation der letzten Jahre als Untergrenze. Seit der letzten Anpassung vor drei Jahren sind die Preise um rund 10 % gestiegen, also ist jede Erhöhung unter 10 % real ein Minus. Bei Mietverträgen erlaubt eine Indexmiete, den Betrag jährlich an den Verbraucherpreisindex anzupassen, aber nur einmal im Jahr und nur in Höhe der Indexänderung. Bei Unterhaltsvereinbarungen und privaten Darlehen schützt eine Wertsicherungsklausel beide Seiten. Und für Sparziele gilt: Wer in 20 Jahren 50.000 € in heutiger Kaufkraft haben will, muss bei 2 % Inflation 74.300 € ansparen.
Quellen: Statistisches Bundesamt (Destatis), Verbraucherpreisindex, Jahresdurchschnitte Basis 2020; § 32a EStG. Stand: Oktober 2026.