Kostenlos, Stand Oktober 2026

Geldwerter Vorteil Rechner 2026

Was der Dienstwagen kostet: geldwerter Vorteil nach 1-%-Regel und wie stark er Ihr Netto senkt.

Dienstwagen berechnen

1-%-Regel, Hybrid und Elektro

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Was ein geldwerter Vorteil ist

Alles, was Sie vom Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt bekommen und privat nutzen können, gilt als Arbeitslohn. Auf diesen geldwerten Vorteil zahlen Sie Lohnsteuer und in der Regel auch Sozialabgaben, obwohl kein Geld fließt. Typische Beispiele sind der Dienstwagen, Warengutscheine, verbilligte Mahlzeiten oder eine Wohnung unter Marktmiete.

Einige Vorteile bleiben frei. Sachbezüge bis 50 € im Monat sind steuerfrei, solange die Grenze nicht überschritten wird (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Rabatte auf Waren des eigenen Arbeitgebers sind bis 1.080 € im Jahr frei (§ 8 Abs. 3 EStG). Ein Jobticket ist steuerfrei (§ 3 Nr. 15 EStG), und Strom zum Laden eines E-Autos beim Arbeitgeber ebenfalls (§ 3 Nr. 46 EStG).

Dienstwagen: die 1-%-Regel

Für die private Nutzung eines Dienstwagens setzt das Finanzamt jeden Monat 1 % des Bruttolistenpreises an (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG). Maßgeblich ist der Listenpreis bei Erstzulassung inklusive Sonderausstattung und Umsatzsteuer, abgerundet auf volle 100 €. Rabatte und der tatsächliche Kaufpreis spielen keine Rolle, auch bei Gebrauchtwagen nicht.

Für die Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte kommen 0,03 % des Listenpreises je Entfernungskilometer dazu (§ 8 Abs. 2 Satz 3 EStG). Fahren Sie selten ins Büro, kann die Einzelbewertung günstiger sein: 0,002 % je Kilometer und tatsächlichem Fahrtag, höchstens für 180 Tage im Jahr. Die Grenze liegt bei 15 Fahrtagen im Monat.

AntriebAnsatz pro Monat
Benziner, Diesel1 % des Listenpreises
Plug-in-Hybrid (höchstens 50 g CO₂/km oder mindestens 80 km elektrische Reichweite)0,5 %
Elektroauto bis 100.000 € Listenpreis (Anschaffung ab 1.7.2025)0,25 %
Elektroauto bis 70.000 € Listenpreis (Anschaffung vor 1.7.2025)0,25 %
Elektroauto über der jeweiligen Preisgrenze0,5 %

Die Kürzung gilt für beide Teile, also auch für die 0,03 % beim Arbeitsweg.

Beispiel: was der Wagen netto kostet

Ein Verbrenner mit 45.000 € Listenpreis, 20 km zur Arbeit, 4.000 € Bruttogehalt in Steuerklasse I. Der geldwerte Vorteil beträgt 450 € plus 270 € für den Arbeitsweg, zusammen 720 € im Monat. Ihr Netto sinkt dadurch von 2.609,17 € auf 2.270,57 €, also um 338,60 €. Derselbe Wagen als Elektroauto kostet Sie nur 83,40 € netto im Monat, weil lediglich ein Viertel des Listenpreises zählt.

Zuzahlung und Fahrtenbuch

Zahlen Sie dem Arbeitgeber eine monatliche Pauschale für den Wagen, wird sie vom geldwerten Vorteil abgezogen. Dasselbe gilt für Kosten, die Sie selbst tragen, etwa Tankrechnungen, wenn das vertraglich vereinbart ist. Statt der Pauschale können Sie ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch führen. Dann zählen nur die tatsächlichen Privatfahrten. Das lohnt sich bei teuren Wagen und wenig privater Nutzung, verlangt aber lückenlose Aufzeichnungen über das ganze Jahr.

Tipp: Den Netto-Effekt ohne Dienstwagen sehen Sie im Brutto-Netto-Rechner. Geben Sie dort den geldwerten Vorteil als Sachbezug ein, um mit Kirchensteuer und Ihrem Bundesland zu rechnen.

Rechengrundlagen 2026

Die Werte stammen aus § 6 Abs. 1 Nr. 4 und § 8 Abs. 2 EStG. Der Rechner setzt den geldwerten Vorteil als zusätzliches Brutto an und berechnet das Netto wie der Brutto-Netto-Rechner.

GrößeWert 2026Quelle
Privatnutzung1 % des Bruttolistenpreises im Monat, auf volle 100 € abgerundet§ 6 EStG
Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte0,03 % je Entfernungskilometer im Monat, oder 0,002 % je Fahrt (höchstens 180 Tage)§ 8 EStG
Plug-in-Hybridhalber Listenpreis (höchstens 50 g CO₂/km oder mindestens 80 km elektrisch)§ 6 EStG
Elektroautoein Viertel des Listenpreises bis 100.000 € (Anschaffung ab 1.7.2025), sonst 70.000 €§ 6 EStG
Sachbezugsfreigrenze50 € im Monat§ 8 EStG
Laden beim Arbeitgebersteuerfrei§ 3 EStG
Jobrad per Gehaltsumwandlung0,25 % des Listenpreises§ 6 EStG

Zwei Rechenbeispiele mit dem Dienstwagen-Rechner

Beispiel 1: Kompaktwagen, kurzer Arbeitsweg, 3.200 € brutto

Ein Außendienstmitarbeiter bekommt einen Verbrenner mit 35.000 € Listenpreis und darf ihn privat nutzen. Er wohnt 10 km vom Büro entfernt und verdient 3.200 € brutto in Steuerklasse I. Der geldwerte Vorteil setzt sich zusammen aus 350 € für die Privatnutzung (1 % von 35.000 €) und 105 € für den Arbeitsweg (0,03 % × 10 km × 35.000 €), zusammen 455 € im Monat. Sein Netto sinkt von 2.169,42 € auf 1.966,62 €, der Wagen kostet ihn also 202,80 € im Monat oder 2.433,60 € im Jahr.

Dafür spart er Anschaffung, Versicherung, Werkstatt und meist auch den Sprit. Ein vergleichbarer Privatwagen kostet bei 15.000 km im Jahr schnell 500 € im Monat. Der Dienstwagen ist für ihn ein gutes Geschäft.

Beispiel 2: Elektro-Dienstwagen, Homeoffice, Zuzahlung

Eine Teamleiterin mit 5.000 € brutto in Steuerklasse IV erhält ein Elektroauto mit 60.000 € Listenpreis. Sie fährt nur an 100 Tagen im Jahr die 30 km ins Büro und zahlt 100 € im Monat zu. Beim E-Auto zählt nur ein Viertel des Listenpreises, 15.000 €. Privatnutzung: 150 €. Arbeitsweg mit Einzelbewertung: 0,002 % × 30 km × 100 Tage × 15.000 € ÷ 12 = 75 €. Minus 100 € Zuzahlung bleiben 125 € geldwerter Vorteil. Ihr Netto sinkt nur um 61,10 € im Monat.

Mit der Pauschalmethode läge der Arbeitsweg bei 135 € statt 75 €. Die Einzelbewertung lohnt sich, sobald Sie an weniger als 15 Tagen im Monat ins Büro fahren. Der Arbeitgeber muss mitmachen und die Fahrtage dokumentieren, dafür genügt eine monatliche Erklärung.

Weitere Sachbezüge: Jobrad, Jobticket, Gutscheine

Ein Fahrrad oder E-Bike, das der Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt stellt, ist seit 2019 komplett steuerfrei (§ 3 Nr. 37 EStG). Läuft es über eine Gehaltsumwandlung, wird nur 0,25 % des Listenpreises angesetzt, bei 3.000 € also 7,50 € im Monat. Das Deutschlandticket darf der Arbeitgeber steuerfrei bezahlen oder bezuschussen, es mindert dann aber die Entfernungspauschale. Sachgutscheine bis 50 € im Monat bleiben frei, wenn sie nur bei bestimmten Händlern einlösbar sind und zusätzlich zum Lohn gezahlt werden. Wird die Grenze auch nur um einen Cent überschritten, ist der gesamte Gutschein steuerpflichtig.

Dienstwagen in der Steuererklärung

Der Arbeitsweg wird beim geldwerten Vorteil versteuert, darf aber gleichzeitig als Entfernungspauschale abgesetzt werden: 0,38 € je Kilometer für jeden Arbeitstag. Für den Außendienstler aus Beispiel 1 sind das bei 220 Tagen 836 € Werbungskosten, die allerdings erst über dem Pauschbetrag von 1.230 € wirken. Der Pendlerpauschale-Rechner zeigt, ob sich das lohnt. Zahlen Sie dem Arbeitgeber mehr zu, als der Vorteil beträgt, verfällt der Rest: Ein negativer geldwerter Vorteil ist nicht möglich.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der geldwerte Vorteil bei 40.000 € Listenpreis?
640 € im Monat beträgt der geldwerte Vorteil für einen Verbrenner mit 40.000 € Listenpreis und 20 km Arbeitsweg: 400 € Privatnutzung plus 240 € für die Fahrten zur Arbeit. Bei 4.000 € brutto in Steuerklasse I sinkt das Netto dadurch um rund 300 €. Ein E-Auto kostet ein Viertel davon.
Wie funktioniert die 1-%-Regel?
Jeden Monat wird 1 % des Bruttolistenpreises bei Erstzulassung als Arbeitslohn versteuert, abgerundet auf volle 100 €, unabhängig von Rabatt oder Kaufpreis. Dazu kommen 0,03 % je Entfernungskilometer für den Arbeitsweg. Auf den Betrag fallen Lohnsteuer und Sozialabgaben an wie auf Gehalt.
Was gilt für Elektro- und Hybrid-Dienstwagen?
Elektroautos bis 100.000 € Listenpreis werden nur mit 0,25 % im Monat angesetzt, bei Anschaffung vor Juli 2025 lag die Grenze bei 70.000 €. Plug-in-Hybride mit höchstens 50 g CO₂ je Kilometer oder 80 km elektrischer Reichweite mit 0,5 %. Die Kürzung gilt auch für den Arbeitsweg.
Zahle ich auf den geldwerten Vorteil Sozialabgaben?
Ja. Der geldwerte Vorteil erhöht das beitragspflichtige Entgelt bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Bei 640 € Vorteil und 4.000 € Gehalt zahlen Sie rund 130 € Sozialabgaben und 170 € Steuer mehr im Monat. Nur wer schon über der Beitragsbemessungsgrenze verdient, spürt allein die Steuer.
Lohnt sich ein Fahrtenbuch?
Bei teuren Wagen mit wenig Privatnutzung ja. Das Fahrtenbuch muss lückenlos jede Fahrt mit Datum, Kilometerstand, Ziel und Zweck erfassen. Dann wird nur der private Anteil der tatsächlichen Kosten versteuert. Bei einem 60.000-€-Wagen und 10 % Privatfahrten spart das oft mehrere hundert Euro im Monat gegenüber der 1-%-Regel.
Was gilt bei Homeoffice und wenigen Bürotagen?
Fahren Sie an weniger als 15 Tagen im Monat ins Büro, lohnt die Einzelbewertung: 0,002 % des Listenpreises je Kilometer und Fahrttag statt pauschal 0,03 %, für höchstens 180 Tage im Jahr. Bei 100 Bürotagen und 30 km sinkt der Arbeitsweg-Anteil von 135 € auf 75 € im Monat bei einem E-Auto.
Welche Sachbezüge bleiben steuerfrei?
Sachgutscheine bis 50 € im Monat, das Deutschlandticket vom Arbeitgeber, Strom zum Laden des E-Autos beim Arbeitgeber, ein Jobrad zusätzlich zum Gehalt, Personalrabatte bis 1.080 € im Jahr und Gesundheitsleistungen bis 600 €. Wird eine Grenze überschritten, ist der ganze Betrag steuerpflichtig, der Teil darüber allein reicht nicht.

Quellen: § 3 Nr. 15 und 46, § 6 Abs. 1 Nr. 4, § 8 Abs. 2 und 3 EStG; Lohnsteuertarif 2026. Stand: Oktober 2026.

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